Immer mehr Mandate von Viavanta betreffen internationale Suchen. Warum?
Gerade bei international tätigen Schweizer Unternehmen verschiebt sich Wertschöpfung zunehmend in neue Märkte. Wachstum, neue Produktionsstandorte oder strategische Partnerschaften entstehen oft weit entfernt vom Headquarter. Entsprechend werden die Schlüsselrollen bewusst dort angesiedelt, wo Markt und Kunden sind. Die Besetzung solcher Positionen wird zu einer strategischen Entscheidung und birgt besondere Herausforderungen.
Was macht solche internationalen Besetzungen besonders anspruchsvoll?
Diese Führungskräfte prägen direkt vor Ort, wie erfolgreich ein Unternehmen einen Markt aufbaut oder transformiert. Die Verantwortlichen, meist Verwaltungsrat und Geschäftsleitung, treffen eine Entscheidung mit sehr grosser Wirkung – in einem Markt, den sie selbst meist nicht in der nötigen Tiefe kennen.
Gerade in neuen oder entfernten Märkten wird häufig unterschätzt, wie stark lokale Rahmenbedingungen eine Rolle spielen: Talentmärkte, kulturelle Erwartungen an Führung, regulatorische Besonderheiten oder auch ganz praktische Fragen der Lebensrealität vor Ort.
Eine Führungspersönlichkeit, die im europäischen Umfeld hervorragend funktioniert, muss nicht automatisch auch in einem afrikanischen, asiatischen oder südamerikanischen Markt erfolgreich sein. Entsprechend hoch sind die Risiken von Fehlbesetzungen – strategisch, operativ und finanziell.
Und wie kann Viavanta als Schweizer Executive-Search-Unternehmen diese Risiken minimieren?
Wenn eine Schlüsselrolle international besetzt werden muss, reicht eine Suche aus der Distanz nicht aus. Man braucht lokale Perspektiven und ein starkes Netzwerk im jeweiligen Markt.
Über unser Netzwerk bei Kestria arbeiten wir mit erfahrenen Partnern in über 40 Ländern zusammen. Diese Kolleginnen und Kollegen kennen ihre Märkte, ihre Branchen und auch die relevanten Führungspersönlichkeiten sehr genau. Dadurch erhalten unsere Kunden schnell ein realistisches Bild des lokalen Talentmarktes – inklusive Verfügbarkeit, Vergütungsstrukturen, kultureller Erwartungen und möglicher Kandidaten.
Kannst du ein Beispiel aus aktuellen Projekten nennen?
In den letzten Wochen wurden wir beispielsweise angefragt, beim Aufbau eines Call Centers in Namibia die Position des General Managers zu besetzen, gemeinsam mit unserer Partnerin in Südafrika. Parallel unterstützen wir ein Schweizer Unternehmen beim Marktausbau in China, zusammen mit unserer Partnerin Monicca vor Ort. Ein weiteres Beispiel ist ein Mandat in einem sehr abgelegenen und rauen Umfeld, bei dem wir eine internationale Führungsposition erfolgreich besetzen konnten. In solchen Situationen geht es nicht nur um fachliche Qualifikation. Entscheidend ist, ob eine Persönlichkeit in diesem Umfeld überhaupt nachhaltig erfolgreich sein kann.
Was ist aus deiner Sicht der wichtigste Erfolgsfaktor bei internationalen Executive Searches?
Lokales Know-how und Präzision, aber vor allem die richtige Passung zwischen Persönlichkeit, Markt und Unternehmenskontext. Internationale Fehlbesetzungen sind besonders teuer. Sie kosten nicht nur Zeit und Geld, sondern oft auch strategisches Momentum in einem Markt. Umgekehrt bergen erfolgreich Rekrutierungen enorme Chancen für ein Unternehmen.
Wie geht Ihr bei internationalen Mandaten vor?
Kurz gesagt: Wir steuern internationale Suchen zentral von Viavanta in Zürich aus und arbeiten gleichzeitig sehr eng mit unseren Kestria-Partnern vor Ort zusammen. Diese Kombination aus globaler Perspektive und lokalem Marktverständnis stellt sicher, dass unsere Kunden Führungspersönlichkeiten gewinnen, die im jeweiligen Markt tatsächlich funktionieren und Wirkung entfalten.
Ein konkretes Beispiel zeigt unsere Case Study über eine erfolgreich besetzte Position in Papua-Neuguinea:
Vielen Dank für dieses Gespräch, Thomas.